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Domain Name System (DNS)

Das Domain Name System (DNS) ist das Telefonbuch des Internets. Es übersetzt leicht merkbare Domainnamen (z. B. example.com) in IP-Adressen (z. B. 93.184.216.34). Ohne DNS würden Benutzer IP-Adressen wie Telefonnummern auswendig lernen müssen – und das will niemand, nicht einmal ein Admin, der schon genug um die Ohren hat.

Aufgaben von DNS

  • Namensauflösung – Domain → IP
  • Reverse Lookup – IP → Domain
  • Dienstinformationen – z. B. MX fĂĽr Mailserver
  • Verteilte Datenbank – weltweit, hierarchisch organisiert
  • Lastverteilung – z. B. Round-Robin
  • Sicherheitsmechanismen – DNSSEC, Zonen-Transfers nur autorisiert

DNS-Hierarchie

Root (.) .com .de .org example.com uni-kl.de wikipedia.org www.example.com

Eine typische DNS-Auflösung läuft durch mehrere Ebenen: Root → TLD → autoritativer Nameserver → Ressourceneintrag.


Forward Lookups

Bei einem Forward-Lookup wird eine Domain in eine IP-Adresse aufgelöst.

Beispiel:

Reverse Lookup

Hier wird eine IP-Adresse wieder einem Hostnamen zugeordnet.

Beispiel:


DNS-Record-Typen

Typ Bedeutung Beispiel
A IPv4-Adresse www → 93.184.216.34
AAAA IPv6-Adresse www → 2606:2800:220:1:248:1893:25c8:1946
CNAME Alias auf anderen Namen www → server01.example.com
MX Mailserver example.com → mail.example.com
TXT Frei definierbare Texte SPF, DKIM, Verifizierungen
NS autoritative Nameserver example.com → ns1.example.com
PTR Reverse Lookup 34.216.184.93 → www.example.com
SRV Dienste (SIP, Kerberos, AD) _kerberos._tcp.example.com
SOA Verwaltungsdaten der Zone Serial, Refresh usw.

Ablauf einer DNS-Auflösung (Query Flow)

Client/PC Resolver Root TLD (.de/.com) —> —> —> Autoritativer Server

Der Resolver (meist der Router oder ein DNS-Server im LAN) kĂĽmmert sich um Caching, Wiederholungen und Validierung.


DNS-Caching

DNS speichert Antworten fĂĽr eine bestimmte Zeit (TTL). Dadurch werden:

  • Netzwerke entlastet
  • Ladezeiten verkĂĽrzt
  • Autoritative Server geschont

Beispiel TTL:

  • 3600 Sekunden = 1 Stunde

Zonen & Zonen-Dateien

Eine DNS-Zone ist ein Teilbaum des Namensraums, verwaltet von einem autoritativen Server.

Typische Zonendatei (BIND-Stil):


 $TTL 3600
 @   IN  SOA ns1.example.com. admin.example.com. (
 2024112701 ; Serial
 3600       ; Refresh
 600        ; Retry
 604800     ; Expire
 86400 )    ; Minimum
 IN  NS  ns1.example.com.
 www IN  A   93.184.216.34
 mail IN  MX  10 mail.example.com.



Sicherheit: DNSSEC

DNSSEC schĂĽtzt vor Spoofing und Man-in-the-Middle-Angriffen.

DNSSEC bietet:

  • Authentizität der Daten
  • Integrität
  • Chain of Trust → Root → TLD → Domain

Keine Verschlüsselung – nur Signaturen!


DNS Spoofing & Angriffe

Typische Angriffe:

  • Cache Poisoning
  • DNS-Spoofing
  • DDoS via offene Resolver
  • Subdomain Takeover
  • Gefälschte Zonen (z. B. durch offenen AXFR)

Basic-Härtestung:

  • AXFR nur fĂĽr autorisierte IPs
  • DNSSEC aktivieren
  • Rekursion LAN-only
  • Rate Limiting
  • Keine offenen Resolver

Tools fĂĽr DNS-Analyse

  • `dig` – der Klassiker
  • `nslookup` – legacy, aber noch gebräuchlich
  • `host` – einfaches Lookup
  • `drill` – modern, DNSSEC-tauglich
  • `tcpdump` – Paketmitschnitt

Beispiele:


 dig A example.com
 dig +trace www.example.com
 dig -x 93.184.216.34



Beispiel: DNS + DHCP im Zusammenspiel

DHCP kann DNS-Einträge automatisch erzeugen (DDNS):

  • Client bekommt IP → DHCP-Server aktualisiert DNS
  • Gängig in Active-Directory-Umgebungen
  • Erhöht Ăśbersicht & Automatisierung

Zusammenfassung

DNS ist die zentrale Komponente der Namensauflösung. Es ist global verteilt, hochverfügbar, leistungsfähig und unverzichtbar. Eine saubere DNS-Konfiguration entscheidet oft über Erreichbarkeit, Sicherheit und Performance.

Ein Admin, der DNS beherrscht, hat die halbe Netzwerkwelt verstanden – der Rest ist nur Routing … und Kaffee.

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